Drucken
Kategorie: Nachrichten
Zugriffe: 494

Schon im Vorfeld der Begegnung gegen die zweite Mannschaft der Segeberger Schachfreunde war klar dass wir in argen Personalnöten waren. Fünf Stammspieler mussten ersetzt werden, umso schwieriger da bereits am Freitag die zwote und die dritte Itzehoer Mannschaft ihre Punktspiele in der Bezirksliga zu absolvieren hatten, dort sind die beiden Teams noch nicht aus der Abstiegszone heraus, so dass sich niemand vorzeitig festspielen möchte.

Unterstützt haben uns heute Kalle aus der zwoten, sowie Konrad und Jens aus der dritten Mannschaft, vielen Dank dafür. Zwei Bretter mussten leider auf Grund kurzfristiger Absagen frei bleiben.

Wir begannen den Wettkampf mit sechs Spielern und ließen Brett sechs und sieben frei. Die Segeberger kamen allerdings auch nur zu siebt und bescherten Cliff an Brett eins einen frühen Feierabend.

Wenn wir auch in Bestbesetzung Favorit gewesen wären, mit nur sechs Spielern und einem 1:2 Rückstand, sowie DWZ Nachteile von fast 200 DWZ- Punkten an Brett vier, Kalle gegen Ewgenij Kepler, sowie an Brett acht, Jens gegen Jan-Luca Griebenow, waren die Rollen hier wohl schon vertauscht. Einzig Sören hatte gegen Wolfgang Reher leichte DWZ Vorteile, in der Partie Konrad  gegen Patrick Henschen und in meiner Partie gegen Martin Reinke stand es DWZ mäßig nahezu ausgeglichen.

Um es mal frei nach Andi Möller zu sagen:“Vom Feeling her hatte ich kein gutes Gefühl“. Aber jetzt zu den Partien.

In Sörens Partie an Brett 2 mit Weiß gegen Wolfgang Reher entwickelte sich ein ruhiger Skandinavier, in der Sören aus einem komplizierten Mittelspiel heraus in ein Turm und Springerendspiel mit einem Mehrbauern am Damenflügel abwickeln konnte, zudem war der übriggebliebene schwarze Bauer auf a7 auch ständig unter Druck.

Mein Gegner Martin Reinke an Brett 3 machte mich vor der Partie darauf aufmerksam, dass wir schon mal gegeneinander gespielt hätten, damals spielte er noch für Mölln. Ich konnte mich allerdings nur noch an die Eröffnung erinnern, ein Wolga-Gambit und freute mich schon auf eine Wiederholung. Nach d2-d4 und Sg8-f6 wich er allerdings schon mit Sd2 ab und es entwickelte sich nach 3.g6 und 4.e4 d6 eine Pirc-Eröffnung. Bereits im 9. Zug öffnete ich auch noch mit d5 das Zentrum, um Druck auf der d-Linie zu machen, was sich aber als falsch herausstellte, meine Dame stand im Zentrum nicht optimal, ich musste dann früh die Damen tauschen. Im folgenden Mittelspiel wähnte ich mich schon im Nachteil.

In Kalles Partie an Brett 4 mit Weiß gegen Ewgenij Kepler stand ebenfalls eine Pirc-Eröffnung auf dem Brett, nur sehr viel schärfer als bei mir. Bereits im 9. Zug wurde hier ein schwarzer Springer auf g4 für 2 Bauern geopfert um ein fulminantes Bauernzentrum zu installieren und weiter auf Angriff zu spielen, ich sah nur noch schwarze Bauern im Zentrum, als ich mal wieder schaute drohte auch noch ein Vorstoß nach e4 mit Gabel auf Läufer und Springer. Kalle konnte die angegriffenen Figuren aber mit einem Angriff auf die Dame, sowie einem Zwischenschach entfernen. Als dann auch noch ein unglücklich postierter schwarzer Läufer auf g4 mit f3 angegriffen wurde, der jedoch kein Rückzugsfeld hatte, gab Kalles Gegner auf. Stark gespielt und der Ausgleich zum 2:2.

In meiner Partie hatte mein Gegner deutlich mehr Spiel im Zentrum, er griff meinen Läufer auf d5 an, ich konnte nicht gut weg, musste mit c5 seinen Springer auf d4 angreifen, der ging nach b5, es drohte Bauerngewinn nach Turmtausch, ich sah die Partie schon kippen, da bot mein Gegner remis an. In einer ersten Prüfung zuhause war die Partie aber tatsächlich nahe am Ausgleich. Ob ich das aber gefunden hätte. Naja, 2,5:2,5

In Konrads Partie an Brett 5 mit Schwarz gegen Patrick Henschen entwickelte sich eine Königsindisch im Anzug Eröffnung, in der Weiß mit einem Springer auf e6 den schwarzfeldrigen Läufer tauschte und das starke Feld f5 mit einem Springer besetzte, Schwarz hatte dafür die d-Linie besetzt und ging am Damenflügel vor.

Auf e6 nahm Konrad mit der Dame wieder. Patrick spielte den Läufer von g2 nach h3, drohte damit schon absehbar ein Abzugsschach. Um dem auszuweichen ging der König nach f8. Die Schwarze Dame entfernte sich Richtung Damenflügel und stand hier etwas Abseits und hatte auch nicht wirklich gute Felder, während Patrick nun weiter im Zentrum und am Königsflügel Druck machte. Nach einem Springer gegen Läufer Abtausch auf e7 musste der König wieder nehmen und Patrick gewann auf e5 mit Schach einen Bauern und zerschlug anschließend mit einem Tausch auf f6 auch die schwarze Königsstellung. Einem zweiten Bauerngewinn wich Patrick schon aus um die Dame besser zu positionieren. Hier stand Konrad zwar nicht gut, aber vielleicht ging noch was. Jetzt spielte er jedoch Springer nach d7, zwar vom Turm gedeckt, aber nach Turmopfer von Patrick auf d7, anschließendem Zwischenschach und dann Turmgewinn auf d7 mit der Dame war die schwarze Stellung hoffnungslos. Konrad versuchte noch Dauerschach zu geben aber Weiß konnte sich konsolidieren. 2,5 : 3,5

Wie geht dass hier aus? Sören steht vermutlich auf Gewinn, hat bereits ein Remisangebot mit Mehrbauer abgelehnt.

An Brett 8 spielt Jens mit Weiß gegen Jan Luca Griebenow die Abtauschvariante im Damengambit. Jens versuchte im Zentrum und auf der c-Linie Druck zu machen und den typischen schwarzen Befreiungsschlag c5 zu unterbinden, um den weißfeldrigen Läufer auf b7 nicht zu aktivieren. Schwarz kam aber zu c5, konnte mit einer Dame Läufer Batterie auf der langen Diagonalen a8-h1 Matt drohen und Jens musste die Damen tauschen. Es entstand eine unklare Mittelspielposition mit einem Isolanibauern auf d4, beide Seiten noch Leichtfiguren und Türme, Schwarz wahrscheinlich im Vorteil. Am Damenflügel ist Schwarz schon mit den Bauern im Vormarsch. Als ich jetzt ans Brett trete, sehe ich noch ca. eine Minute bei Jan Luca für die restlichen zwei Züge bis zur Zeitkontrolle.

Er schaut aber gar nicht mehr auf die Uhr, ist so auf die Stellung konzentriert und lässt die Zeit ablaufen. Sehr bitter, sehr schade. Ich weiß wie man sich da fühlt. Ist mir auch schon passiert.

Jens freut sich über seinen ersten Sieg in der Verbandsliga und Ausgleich 3,5 : 3,5

Jetzt spielt nur noch Sören gegen Wolfgang Reher. Beide haben Turm und Springer, am Königsflügel je drei und am Damenflügel hat Sören a und b gegen a Bauern, der ist aber auch schon halb im Kasten.Sören gelingt es die Bauern am Damenflügel zu tauschen und einen Freibauern zu bilden. Dann tauscht er die Türme und im Springerendspiel läuft Wolfgang Reher in eine Springergabel, so dass sich die Springer tauschen, der schwarze König aber den Freibauern am Damenflügel nicht mehr erreicht.

Schöne Partie von Sören und damit 4,5 : 3,5 Endstand.

Das war doch etwas sehr glücklich heute. Durch den überraschenden Sieg von Eckernförde II über Burg ist es  im Kampf um die  Meisterschaft nochmal wieder spannend geworden. Auch die Segeberger Schachfreunde hätten sich im Abstiegskampf heute wohl über einen Punkt gefreut.

Das nächste Spiel ist in Husum am 24. Februar.